Rademacher HomePilot® 2

Es geht weiter mit dem Projekt Rademacher Smart Home. Diesmal geht es um das Herzstück des Systems – dem HomePilot® 2.

Rademacher Smart-Home Projekt


Rademacher HomePilot® 2

Der HomePilot® 2 ist die zentrale Steuereinheit des Rademacher Smart Home Systems. Es lassen sich bis zu 100 Geräte an dem HomePilot® 2 anlernen und steuern.

Geräte max. 100
Versorgungsspannung 230V / 50-60Hz
Verbrauch (Stand-by) <3W
CPU 1 GHz Dual Core
Speicher 1GB DDR3 RAM, 4GB Flash ROM
WLAN 802.11 a/b/c/n  2.4GHz (150MBit)
Anschlüsse 4x USB 2.0, HDMI Typ A, 1GB LAN RJ45, optischer digitaler Audioausgang, SD-Card Slot
Maße ca. 150mm x 150mm x 50mm (BxHxT)

 

Im Lieferumfang des Rademacher HomePilot® 2 befindet sich (neben dem HomePilot® selbst) das Netzteil, ein Ethernet Kabel und der DuoFern USB-Stick. Über den DuoFern USB-Stick wird die Funk-Verbindung zu den einzelnen Rademacher Komponenten ermöglicht.

Anschlüsse

Den Spezifikationen kann man die zahlreichen Anschlüsse des HomePilot® 2 entnehmen. Leider sind davon aktuell nur ein einziger USB-Anschluss und der RJ45 Anschluss nutzbar. Die anderen Anschlüsse sind mittlerweile ohne Verwendung. Es gab von Rademacher einen Z-Wave Stick der an den HomePilot® 2 angeschlossen werden konnte. Dieser wurde jedoch aus dem Programm genommen, da sich der Z-Wave-Funk nicht mit dem DuoFern-Funk vertragen hat. Die Z-Wave Produkte von Rademacher (Fenster-Tür-Kontakt und Heizkörperstellantrieb) wurden mittlerweile auf DuoFern umgestellt, so dass Rademacher aktuell auch keine Z-Wave Produkte mehr anbietet.

Der HDMI-Ausgang und der optische Audioausgang waren bis vor kurzen noch mit dem enthaltenden Media-Center (Kodi) nutzbar. Kodi ist in der aktuellen Firmware nicht mehr verfügbar und lässt sich auch nicht mehr nachinstallieren. Laut Rademacher wurde Kodi entfernt, da es kaum verwendet wurde und man die Ressourcen auf andere Themen fokusieren möchte. Hier würde ich mir wünschen, wenn Rademacher neue Einsatzzwecke für die Anschlüsse finden würde.

Rademacher HomePilot 2 vorne
Ansicht von vorne. LEDs von links nach rechts: USB-Stick 1, USB-Stick 2, Fehler, Netzwerk, Spannungsversorgung.

Rademacher HomePilot 2 links
Ansicht von links. USB-Anschluss und SD-Karten-Slot.

Rademacher HomePilot 2 hinten
Ansicht von hinten. Anschlüsse von links nach rechts: Spannungsversorgung, Neustart-Taster, Service-Taster, optischer Audioausgang, Netzwerkanschluss, USB-Anschluss, HDMI-Ausgang.

Rademacher HomePilot 2 rechts
Ansicht von rechts. Keine Anschlüsse.

Benutzeroberfläche

Seit der Firmware Version 5 hat der HomePilot® 2 eine neue, moderne Webbrowser-Benutzeroberfläche im Material-Design spendiert bekommen. Leider benötigt man einen Desktop-Rechner um die Browser-Oberfläche zu verwenden, da diese leider nicht responsive entwickelt wurde und sich nicht an kleine Bildschirme anpasst.

Über das Smartphone lässt sich der HomePilot® trotzdem komfortabel verwenden, da für iOS und Android kostenlose Apps bereitgestellt werden, die dieselbe Funktionalität abbilden. Die Apps funktionieren auch, wenn der Internetzugriff für den HomePilot® im Router deaktiviert ist. Natürlich nur, wenn man sich im gleichen Netzwerk befindet. Das zeigt jedoch, dass die Zugriffe von der App auf den HomePilot® nicht über die Cloud gehen, wenn es nicht notwendig ist. Dennoch ist eine Registrierung bei Rademacher zwingend notwendig, wenn man die App verwenden möchte. Anders lässt sich jedoch ein externer Zugriff kaum realisieren ohne Ports freizugeben. Die Freigabe von Ports ist beim HomePilot® nicht notwendig, da der HomePilot® die Verbindung zur Rademacher Cloud aufbaut und nicht umgekehrt.

Was kann man mit dem Rademacher HomePilot® 2 machen?

Mehrere Geräte gleichen Typs lassen sich zu Gruppen zusammenfügen und so gemeinsam steuern. Das ist z.B. sinnvoll, wenn in einem Raum mehrere Rollos gleichzeitig gesteuert werden sollen. Somit muss man nicht jedes Rollo einzeln hoch- bzw. herunterfahren, sondern kann sämtliche Rollos aus der Gruppe gemeinsam in die gewünschte Position fahren. Durch das letzte Update lassen sich auch verschiedene Hue-Lampen zu Gruppen zusammenführen um gleichzeitig gesteuert werden zu können. Somit deckt das HomePilot® System neben Sicht- und Sonnenschutz, Heizung, Steckdosen und Sicherheit auch Beleuchtung ab.

Möchte man Geräte unterschiedlichen Typs gemeinsam steuern, lässt sich das über Scenen realisieren. Bei Scenen werden den verschiedenen Geräten Ziele festgelegt, die beim Auslösen der Scene erreicht werden sollen. Ein Ziel wäre z.B. eine bestimmte Position in die das Rollo fahren soll oder auf wie viel Prozent ein Dimmer gedimmt werden soll.

Über Auslöser lassen sich z.B. Scenen zu bestimmten Zeiten auslösen. Dabei kann man eine feste Zeit angeben oder das Auslösen der Scenen vom Sonnenstand abhängig machen. Interessant ist auch die Möglichkeit, dass eine zufällige Zeitverschiebung eingestellt werden kann, was für eine Anwesenheitssimulation ganz nützlich ist. Da hat Rademacher gut mitgedacht, da ich die Funktion bei vielen anderen Systemen vermisst habe.

Smart Phone als Sensor mit der GeoPilot App

Über die GeoPilot App, die es für iOS und Android gibt, lässt sich jedes Smartphone als Sensor verwenden. Über die App lassen sich Regionen festlegen, die dazu dienen Scenen auszulösen. Dazu wählt man in der GeoPilot App einen Punkt auf der Landkarte aus und definiert einen Radius. Betritt oder verlässt man eine Region, wird über den HomePilot® eine Scene ausgelöst. Somit kann man z.B. die Heizung hochdrehen, wenn man sich im Winter auf den Heimweg macht, ohne vorher eine bestimmte Uhrzeit definiert zu haben, da man manchmal früher und häufig später Feierabend macht als geplant. Die GeoPilot App ist eine sehr schöne Ergänzung zum Rademacher Smart-Home System.

Kompatibilität

Schön wäre z.B. die Möglichkeit den Phoscon Conbee II von dresden elektronik anschließen zu können um somit auch Zigbee-Geräte mit dem Rademacher HomePilot® 2 steuern und automatisieren zu können. Ich denke zwar nicht, dass es der Conbee II sein wird, jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass es analog zum damaligen Z-Wave-Stick einen eigene Zigbee-Stick von Rademacher geben könnte. Das ist zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nur reine Spekulation.

Wie schon bei den Gruppen kurz angesprochen, lassen sich seit kurzem Philips HUE Lampen in das Rademacher System integrieren. Die Anbindung funktioniert jedoch nicht direkt, sondern über die HUE-Bridge. Die HUE-Bridge wird genauso angelernt wie jedes Rademacher Gerät auch (was kaum einfacher gehen kann 🙂 ). Nachdem die HUE-Bridge im HomePilot® angelernt ist, werden sämtliche Geräte aus der HUE-Bridge importiert. Anschließend kann man die Geräte im vollen Umfang über den HomePilot® nutzen.

Weitere Systeme, die mit dem HomePilot® genutzt werden können, sind die Sprachassistenten Amazon Alexa und Google Assistant. Es wäre gut vorstellbar, dass mit der Zeit auch weitere Systeme und Sprachassistenten integriert werden. Zu wünschen wäre es 🙂

Was wünschenwert wäre

Es wäre auch interessant, wenn man den DuoFern USB-Stick auch ohne den HomePilot® 2 nutzen könnte um somit z.B. einen Raspberry Pi als HomePilot® Zentrale verwenden zu können. Da der HomePilot® aktuell auch nur den Stick und die Software verwendet wäre dieser Schritt gar nicht so abwegig und Rademacher könnte sich eine viel größere Nutzergemeinde schaffen. Was ich bis jetzt an Resonanz zum Smart-Home System mitbekommen habe tun sich viele schwer damit sich einen weiteren Smart-Home-Hub in die Wohnung zu stellen. Das Problem kann ich gut nachvollziehen und denke, dass mit der Nutzung des DuoFern USB-Sticks am Raspberry Pi viele Smart-Home Enthusiasten ihr Smart-Home durch Rademacher Produkte erweitern würden.

Was mir auch fehlt ist eine offiziell dokumentierte Schnittstelle. Mit einer passenden API könnte man den HomePilot® somit in die bestehende Haussteuerung integrieren, was für viele sicherlich interessant wäre. Ohne eine Entwicklerschnittstelle ist es nicht vorstellbar, dass Rademacher sämtliche Smart-Home Geräte in den HomePilot® integriert – dazu gibt es schlichtweg viel zu viel auf dem Markt. Daher wäre es schon interessant den HomePilot® in Smart-Home Systeme wie Home-Assistant, ioBroker oder openHAB integrieren zu können. Dafür würde es schon vollkommen ausreichen, wenn der HomePilot® MQTT sprechen würde.

Bezugsquellen

Rademacher HomePilot 2
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Stand: 07.04.2020 21:27

Fazit

Der Rademacher HomePilot® 2 leistet was er soll. Probleme konnte ich bislang keine feststellen. Es gibt einige Punkte, die ich oben beschrieben habe, an denen Rademacher noch arbeiten könnte. Das sind aber alles nice-to-have Features. Ich muss schauen wie sich der HomePilot® im Langzeittest schlägt.

Die Möglichkeit der Anbindung der HUE-Bridge zeigt, dass Rademacher sich zu anderen offen zeigt. Es bleibt abzuwarten welche Systeme zukünftig noch in den HomePilot® integriert werden.

Preislich empfinde ich den HomePilot® im Vergleich zu Konkurrenzsystemen als teuer. Da die Produkte in Deutschland gefertigt werden und eine hohe Qualität aufweisen, mag der hohe Preis gerechtfertigt sein. Das Rademacher Smart-Home System ist durchdacht und aufgrund der großen Produktpalette ein Allround-System für alle, die mit geringem Aufwand ein Smart-Home einrichten möchten.

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